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Dieses Thema ist zwar schon einige Zeit alt, aber hat noch immer nicht an Aktualität verloren. Folgende Gründe haben mich dazu veranlasst zu diesem Thema etwas zu schreiben. Man kann heute noch in bestimmten Internetforen lesen, wie Muhammed-Karikaturen von Islamgegnern bewundert und die Zeichner als mutig erklärt werden. Ja es gibt zynischerweise sogar „Mohammed-Karikaturen-Zeichenkurse“, wobei dann immer wieder auf die Pressefreiheit verwiesen wird.
Die Pressefreiheit wird ja auch gar nicht in Frage gestellt. Man sollte jedoch darüber nachdenken, ob ein paar mäßig komische Cartoons es wert sind, deswegen Millionen von religiösen Menschen zu beleidigen. Es zeigt nur, dass man nun auch hier aus Angst und wegen einer irrational gefühlten Bedrohung der eigenen Rechte (nämlich Pressefreiheit) lieber die Rechte anderer verletzt. Der hier vorliegende, eigentlich sehr banale Konflikt wird von beiden Seiten künstlich am Leben gehalten, sei es durch Weiterverbreitung der Zeichnungen oder durch überzogene Proteste dagegen.
Dabei wird behauptet, dass diese Karikaturen „nicht dazu da [sind], um Menschen in ihrer Religion zu diffamieren, sondern ihnen klarzumachen, dass wir als freie Menschen ein Recht auf Kritik, sei es in Form von Texten, Karikaturen o.ä. Dingen, besitzen“. Ferner sollen die Muhammed-Karikaturen „einen Missstand auf[zeigen] (Selbstmordattentate) und implizieren die Forderung einer Diskussion über die Gründe für eben jene“.
Das Problem nur ist, dass unser Prophet (möge der Frieden und Segen Gottes mit ihm sein) mit diesem Missstand, nämlich Selbstmordattentate, nichts zu tun hat. Er hat Selbstmord und das Töten von Unschuldigen verurteilt. Selbstmordanschläge haben überhaupt keine Verbindung zu dieser Person. Solch eine Kombination ist nicht nur totaler Unsinn, sondern auch beleidigend für jeden, der den Gesandten Gottes mit Leib und Seele liebt.
Ferner ist das Problem zu beachten, dass aus Sicht der Muslime kein Bild des Propheten (a.s.) gezeichnet/gemalt werden darf. Für Muslime ist dies nicht nur befremdlich und grotesk, sondern es verletzt eine Regel ihrer Religion. Über ihre Empörtheit muss man sich nicht wundern, da dies sowohl ihre religiösen, als auch ihre persönlichen Gefühle vehement verletzt. Dass er auch noch in solch einer scheußlichen Art und Weise dargestellt wurde, trifft jeden Muslim persönlich sehr tief im innersten ihrer Herzen, auch wenn viele Menschen dies nicht nachvollziehen können.
Ich möchte mal Parallelen zum diesem Karikaturenstreit aufzeigen.
In einem Leserkommentar unter einem Artikel auf focus.de über die Karikatur, in der angeblich Barak Obama mit einem Affen verglichen wurde, stand folgendes:
„Sehr primitiv. Karikaturen mit rassistischen Darstellungen dürfen nicht geduldet werden. Ich kann nur hoffen das die New York Post diesen schlimmen Fehler in Zukunft nicht mehr wiederholt.“
Sobald bestimmte Areale betreten werden, wird der freien Meinungsäußerung ein Riegel vorgeschoben. Soweit beobachtet? Gut.
Sobald man die verbrecherische Kriegspolitik Israels gegen Gaza kritisiert, wird man entweder als antiisraelisch oder sogar als antisemitisch bezeichnet. Die freie Meinungsäußerung wird mit der Zensur durch politische Korrektheit unterdrückt. Mir wurde in der Schule bei einer Diskussion sogar das Mikrofon abgenommen, weil ich die Wörter “Israels Politik” und “Mord” in einem Satz benutzt habe (obwohl dieses Thema gar nicht mein Anliegen und dies nur ein Nebensatz war).
Wenn man versucht auf der einen Seite für angebliche freie Meinungsäußerung zu werben und auf der anderen versucht Leute mundtot zu machen, dann ist das mehr als heuchlerisch. Beleidigungen des Islams sind erlaubt, aber Kritik an Israel wird nicht toleriert? Das ist eine Doppelmoral.
Ein französischer Moderator hatte mal einen Stand-up comedian scharf kritisiert und ihm in seiner Sendung vdie Leviten gelesen, weil er Juden-Witze machte. Es sei verwerflich, weil es die Gefühle von Millionen von Menschen verletze so etwas wie „Isra-heil“ zu sagen. Aber gleich in der nächsten Sendung versuchte der Moderator stürmisch zu verteidigen, dass es zur freien Meinungsäußerung gehöre, den Propheten Muhammed (a.s.) beleidigen zu dürfen. Da schien es plötzlich völlig irrelevant zu sein, dass dies auch die Gefühle von Millionen von Menschen verletzt. Es geht hier nämlich primär um die Gefühle der Menschen und nicht um den Hintergrund von irgendeiner Aussage oder Zeichnung. Dieses überaus interessante Sendung findet ihr hier. Diejenigen, die Englisch oder Französisch verstehen, sollten sich dieses Video auf keinen Fall entgehen lassen.
Im Kontrast zum erwähnten Problem habe ich doch tatsächlich folgendes im Internet gelesen:
„Ich finde es mehr als befremdlich, dass wir uns Gedanken machen sollen, ob das verletzend für die islamische Gegend dieses Planeten ist“.
Eigentlich unfassbar…
Ich finde beides nicht gut. Niemand sollte beleidigt oder gekränkt werden. Vielleicht wird man wieder erst in ein paar Jahrzehnten was dazu lernen. Erst war es der Jude mit der „Hakennase“, dann der schwarze Mann mit der „Nega-Visage“, und zur Mode der heutigen Zeit gehört halt, dass man es auf Muslime abgesehen hat.
Muslime scheinen die Juden der Moderne zu sein. Schon im deutschen Kaiserreich, was ja nur ca. 100 Jahre zurückliegt, fingen die Leute an Postkarten zu machen, auf denen Juden und das Judentum beleidigt wurden. Damals war der Antisemitismus noch nicht so ausgereift, aber er entwickelte sich halt weiter, wie jeder weiß. Ich will nicht behaupten, dass es zu einem zweiten Holocaust kommen wird. Davon zu sprechen wäre (noch?) übertrieben, denn es gibt noch intelligente Menschen in Deutschland, die nicht alles glauben, was ihnen vorgetischt wird.
Es ist aber doch offensichtlich, dass dieses ganze Theater nur ein Versuch war zu provozieren, um ein Paar Hitzköpfe auf die Straßen zu bewegen und sich aufzuregen.
Um das ganze jedoch zu entschuldigen wird gesagt:
„Keine der Karikaturen, die ich gesehen habe, hat sich tatsächlich mit Mohammed befasst, wenn man denn mal den Versuch begeht sie zu interpretieren.“
Nun, die gab es eigentlich schon. Eine Bombe auf dem Kopf zu malen ist einfach nur dumm und beleidigend.
Aber selbst wenn die obige Aussage stimmte, würde das wieder bedeuten, dass es eine zusammenhangslose Kombination war. Und das ist nicht nett. Das wollen sich Leute auch nicht gefallen lassen.
Zumal das Bild mit dem „Säbel“ nicht nur beleidigend, sondern auch volksverhetzend ist.
Interessant ist es dazu folgendes im Strafgesetzbuch zu lesen:
StGB: § 166 Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen.
(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs.3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.
StGB § 11 Abs. 3 bestimmt:
(3) Den Schriften stehen Ton- und Bildträger, Datenspeicher, Abbildungen und andere Darstellungen in denjenigen Vorschriften gleich, die auf diesen Absatz verweisen.
Ein Diskussionspartner sagte:
„Ich stimme mit dir überein, dass Mohammed keinesfalls zu Selbstmordattentaten aufgerufen hat, keine Frage. Aber du musst doch auch zugeben, dass die Selbstmordattentäter sich für Märtyrer und treue Diener Gottes halten und wohl auch sagen, dass Mohammed ihr Prophet sei.“
Diese Aussage wirft aber die fundamentale Frage auf warum dies ein Grund ist Muhammed (a.s.) zu beleidigen und so darzustellen? Das ist doch irrational. Möchte man einfach nicht zugeben, dass man etwas „Ungutes“ getan hat, welches auch noch verteidigt wird?
Wenn man so argumentiert, könnte man genauso gut die Eltern von Tim Kretschmer auf eine abscheuliche Art und Weise darstellen, die sie beleidigt und sie in ihrer Würde verletzt. (Wer nicht weiß, wer das ist, der kann seinen Namen googlen.) Hätten seine Eltern es verdient? Könnte man sagen dass Gott schlecht ist, weil so einige Menschen auf der Welt die Schlechtes getan haben sagen, dass sie an Gott glauben? Sollte dann Gott beleidigt werden? (Gott bewahre…!)
Es ist doch offensichtlich, dass hier einfach nur der Hass gegenüber dem Islam kundgetan werden sollte. Es gibt sonst kein rationales Argument dafür den Propheten Muhammed (a.s.) zu diffamieren. Denn Beleidigung fängt immer da an, wo Argumente aufhören. Aus meiner Sicht ist es eindeutig, dass diese Cartoons gezielt auf seine Person gerichtet sind.
Der Unterschied zwischen den meisten Christen und Muslimen ist, dass Muslime ihre Religion ernster und eine Diffamierung ihres Propheten (a.s.) nicht einfach auf die leichte Schulter nehmen. Gewalttätige Ausschreitungen sind dennoch im Islam auf keinen Fall erlaubt.
Von mir aus kann man noch so viele und schlimme Karikaturen über Muslime machen. Ich lache auch gerne mit. Ich hab auch nichts dagegen, wenn man Muslime auf den Arm nimmt, ich hätte sogar selber viel Kritik an ihnen auszusetzen.
Aber sobald der Gesandte Gottes beleidigt wird hört der Spaß bei mir auch auf.
Kommen wir aber zurück zur Meinungs-/Pressefreiheit
Überhaupt stellt sich die Frage, inwieweit Beleidigung eine Meinung oder sogar konstruktive Kritik darstellt.
Es ist bemerkenswert, dass die westlichen Medien inzwischen dazu neigen, jeden vorgebrachten Unsinn, sobald er sich in irgendeiner Form gegen den Islam richtet und im Grunde nichts anderes als provozieren will, als Vorstoß von Recht und Freiheit hochzustilisieren. Jeder unbedeutende Autor kann auf diese Weise sogar zum weltbekannten und viel gelesenen Schriftsteller werden und sich auf der antiislamischen Welle ganz nach oben spülen lassen.
Auf der anderen Seite werden Meinungen von Journalisten nicht mehr von der Heiligkeit der Meinungsfreiheit erfasst, sobald sie sagen, dass die eingewanderten Juden im jetzigen Israel sich das Land unrechtmäßig angeeignet und den Staat widerrechtlich ausgerufen haben. Es kann ihnen sogar strafrechtliche Verfolgung drohen, wenn sie in einem Artikel das Existenzrecht Israels bestreiten.
Was ich sagen will ist, dass die Toleranz unseres Westens für andere Meinungen aufzuhören scheint. Es scheint, dass Meinungsfreiheit somit nichts weiter als eine politische Interessenfrage ist.
Eine Meinung zu haben heißt jedoch, sich mit einer Sache auseinander zu setzen und sich aufgrund dieser inhaltlichen Auseinandersetzung eine Meinung zu bilden. Diese intellektuelle Auseinandersetzung fehlt im Falle der Karikaturen. Pressefreiheit ist gut. Aber man sollte auch etwas Vernünftiges zu sagen haben.
Ich bemühe mich nur darum, dass verstanden wird warum Muslime so etwas nicht ok finden.







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