You are currently browsing the category archive for the ‘Ehrenmord’ category.
Es geht wieder um Ehrenmord.
Es geschieht heute leider noch immer, dass jemand mit muslimischem Hintergrund seine Schwester im Namen der „Ehre“ umbringt. Sowohl das Opfer als auch dessen Familie, die deswegen psychisch zu leiden haben tun mir sehr leid. Themen wie diese hier sind in Deutschland immer aktuell und die Verachtung gegenüber dem Islam steigt dadurch von Tag zu Tag. Deswegen müssen einige Dinge angesprochen werden.
So genannte „Ehrenmorde“ sind mit keiner einzigen islamischen Quelle begründbar und dem Islam sogar hochgradig widersprechend. Ein Grund dafür u.a. ist, dass es im Islam keine Selbstjustiz gibt.
Man wird auch von keinem, der ungefähr eine Ahnung vom Islam hat hören, dass solche Taten nicht verboten sind.
Dennoch ist dieses Thema ein Nährboden für einige selbsternannte Islamexperten, um sich mal richtig über den Islam abzulästern, und damit nur beweisen, dass sie im Grunde genommen keine Ahnung vom Islam haben.
Necla Kelek zum Beispiel versucht uns einzureden, dass die Legitimation für eine solche Tat auf den Quran zurückzuführen sei. Den Beweis dafür hat sie aber nie geliefert.
Die Täter sollen angeblich auch alle aus islamischen Gründen ihre Schwester getötet haben und sehr religiös gewesen sein. Wenn wir uns das Leben dieser Täter anschauen, dann fällt uns auf, dass diese selber oft „den westlichen Lebensstil“ pflegten, den sie bei ihren Schwestern verurteilten. Exzessives Feiern, und Alkoholkonsum gehören dabei zu ihrem normalen Leben. Es kommt auch oft vor, dass sie selber eine Freundin bzw. außerehelichen Geschlechtsverkehr haben; alles widersetzliche Handlungen zum Islam…so religiös können diese also nicht gewesen sein…und, dass ausgerechnet so einer einen Mord im Namen der „Ehre“ begeht ist ziemlich befremdlich.
Diese Ehrenmorde haben mit der Lehre des Islam ebenso wenig gemein wie entsprechende „Ehrenmorde“ beispielsweise in sizilianisch-katholischen, griechisch-orthodoxen oder arabisch-christlichen Familien mit dem Christentum. Letztgenannte „Ehrenmorde“ werden im Westen jedoch ebenso wie vergleichbare Gewaltausbrüche in nicht-muslimischen deutschen Familien als „Familiendramen“, als „Morde aus Eifersucht“ oder ähnliches bezeichnet und damit individualisiert.* (*Dr. Samir Suleim)
Was ist also der Unterschied zwischen einem Ehrenmord und einer Familientragödie?
Sie werden folglich zwar als bedauerlich, nicht jedoch als die Mehrheitsgesellschaft betreffend, dargestellt. Im Gegensatz dazu sind viele westliche Beobachter bei „Ehrenmorden“, die sich in einigen muslimischen Familien ereignen, allen Fakten zum Trotz, dazu geneigt, diese immer wieder mit dem Islam erklären zu wollen. Und auch wenn eine derartige Erklärung bisher noch niemandem gelungen ist und auch niemandem gelingen wird, wird auch dieses Vorurteil von nur sehr wenigen Menschen jemals hinterfragt. Warum sollte es auch, wo es sich doch in das oft vorhandene Bild „vom Islam“ so hervorragend einfügt?
Seyran Ates meint folgendes: „Dieser Ehrbegriff fußt auf der sexuellen Nicht-Selbstbestimmung der Frau. Das bedeutet: kein Sex vor der Ehe, kein Freund.“ Wenn sich ein Mädchen oder eine junge Frau nicht daran halte, werde sie „als Schandfleck angesehen – und muss getötet werden, um die Ehre wieder herzustellen“. Die Ehre könne mit dem Blut der „Schuldigen“ rein gewaschen werden…
Hiermit werden nur Stereotypen geschafft, weil hier der Bezug fehlt. Soll das so im Islam sein?! Wenn ja, wo soll das bitteschön stehen? Und was soll denn bitteschön „mit dem Blut der ‚Schuldigen’ rein gewaschen“ bedeuten? Solch eine Lehre existiert im Islam nicht. Diese Irrlehre darf nicht mit dem Islam in Verbindung gebracht werden.
Jeder, der nicht viel über den Islam weiß, der wird aber auf keinen anderen Schluss kommen und diese Aussage mit dem Islam verbinden. Islamisch gesehen müsste sogar jemand, der so eine Tat begeht, selber mit einer Strafe rechnen.
Es stimmt, dass es im Islam die Todesstrafe für die Ehebrecherin UND den Ehebrecher gibt (und welches aber nur unter islamischer Gesetzgebung durchgeführt werden darf, nämlich in muslimischen Ländern, und auch in religiösen Schriften wie der Thora zu lesen sind), weswegen ein Mann den Propheten, mit dem der Segen und Frieden Gottes sei, (sinngemäß) fragte: Wenn jemand seine Frau beim Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann sieht, darf er dann die Strafe selber vollziehen? Und die Antwort war NEIN, er darf NICHT. Der Quran sagt dazu:
„Und diejenigen, die unbescholtene Frauen beschuldigen, dann aber nicht vier Zeugen beibringen, peitscht sie mit achtzig Hieben und nehmt niemals mehr eine Zeugenaussage von ihnen an, denn sie sind Frevler (4) Außer denjenigen, die danach reuig umkehren und sich bessern, denn dann ist Allah fürwahr verzeihend, barmherzig. (5) Und wenn jemand seinen Ehepartner beschuldigt und keine Zeugen hat außer sich selbst, dessen alleinige Zeugenaussage kann angenommen werden, wenn er viermal bei Allah schwört, dass er ganz gewiss zu den Wahrhaftigen gehört (6) Und das fünfte Mal, dass Allahs Fluch über ihn kommen möge, wenn er zu den Lügnern gehören sollte (7) Doch es soll die Strafe von ihr abwenden, wenn sie viermal bei Allah schwört, dass er gewiss ein Lügner sei (8) Und das fünftemal, dass der Zorn Allahs über sie kommen möge, wenn er zu den Wahrhaftigen gehöre (9) Und wäre nicht die Huld Allahs und Seine Barmherzigkeit mit euch, und wäre nicht Allah Allverzeihend und Allweise (wie wäre es dann um euch bestellt!). (10)“ (24:4-10)
Genauso gilt das andersherum. Für Unverheiratete gibt es keine Todesstrafe, aber selbst, um jemanden unehelichen Geschlechtsverkehr vorzuwerfen, braucht man mindestens vier Augenzeugen, die den Akt an sich gesehen haben müssen und es darf keine Schnur zwischen den Beiden mehr passen, ansonsten tritt in Kraft was wir in Vers (4) lesen. Nämlich der Verleumder hat mit einer Strafe zu rechnen, denn die Würde der Frau zu verletzen ist ein großes Verbrechen im Islam. Der Quran betrachtet die Verleumdung keuscher Frauen als ein sehr ernstzunehmendes Vergehen. Da eine solche vollständige Beweisführung extrem schwierig, wenn nicht unmöglich ist, besteht die Zielsetzung des obigen Gebotes des Qurans offensichtlich darin, in der Praxis alle auf illegitime sexuelle Beziehungen bezogenen Anschuldigungen Dritter auszuschließen, denn “der Mensch ist schwach erschaffen” (vergleiche Sure 4:28), und den Nachweis für Ehebruch von einem freiwilligen, vom Iman (innere Überzeugung) veranlassten Geständnis der Schuldigen selbst abhängig zu machen.
Wer trägt die Schuld?
Es war ganz einfach Mord im Namen der „Ehre“. Es sind vielmehr kulturelle Hintergründe als religiöse. Die Eltern tragen nicht immer, aber doch sehr oft Mitschuld, indem sie dem Sohn alles erlauben zu tun und der Tochter vorschreiben gefälligst sittlich zu sein und keinen außerehelichen Geschlechtsverkehr zu haben. So ein Mädchen denkt sich bestimmt „warum darf er das und ich nicht?! Was der kann, kann ich schon lange“.
Die Verantwortung der Eltern spielt eine sehr große Rollen. Wenn sie dem Jungen erlauben die Sau raus zulassen, obwohl er das alles auch nicht darf, dann sollten sie es ihrer Tochter auch nicht verbieten. Ansonsten ist das eine verwerfliche Doppelmoral.
Meiner Meinung nach ist Geschlechtsverkehr vor der Ehe nicht gut. Ein Mord ist aber deswegen niemals zu rechtfertigen! Wenn man dies als Elternteil seinen Kindern beibringen will, dann geht das nicht anders als es vernünftig beizubringen und zu erklären warum außerehelicher Geschlechtsverkehr etwas verkehrt ist und warum man so etwas nicht machen soll. Dann wird es den Kindern auch nachher leichter fallen sich an die Regeln der Eltern zu halten. Ansonsten hat man als Eltern völlig versagt und man sollte sich selber die Schuld geben. Auf Grundlage einer falschen Erziehung kann man nachher auch nicht erwarten, dass sich die Tochter so verhält wie man es von ihr erwartet.
Menschen aus bestimmten Kulturen sind oft vielmehr darum besorgt, was andere über die eigene Familie denken. Wenn ein Mädchen etwas Schlimmes macht, dann lästert die ganze Umgebung auch über die ganze Familie, weil sie von dieser Familie (angeblich) erzogen wurde. Die Eltern fühlen sich dann dadurch selbst in ihrer Ehre verletzt, weil sie u.a. ihr Gesicht verloren hätten. Seltsamerweise gilt das bei den Söhnen kaum… So etwas gibt es nicht nur bei Menschen mit muslimischem Hintergrund, sondern auch in anderen Kulturen dieser Erde, wie z.B. in Südamerika oder in Italien, wo eine Frau „die Ehre der Familie verletzt hatte“, indem sie unverheiratet schwanger wurde. Die Bestrafungen können je nach „Familienkodex“ unterschiedlich sein, aber sind „mit den in Deutschland immer wieder vorkommenden ‚Ehrenmorden’ vergleichbar“.
In bestimmten Kulturen hat der Ruf der Familie einen hohen Stellenwert und da es hier hauptsächlich um den Ruf der Familie geht, empfinden dies viele wohl deswegen als besonders schlimm. Was ich bei diesen Familien aber pervers finde ist, dass es keine Rolle spielt was der Sohn macht, als ob die „Ehre der Familie“ allein in den Händen der Tochter liegt. Ich kann mich nicht in die Köpfe dieser Menschen hineinversetzen.
Es ist sehr schade, dass so viele Menschen den Glauben als Entschuldigung für ihre Verbrechen nehmen, denn das zeigt doch, dass sie ihre Religion nicht verstehen und sie mit ihrer jeweiligen Kultur vermischen. Ehrenmord ist Mord und Mord ist verboten im Islam und da gibt es keine billigen Ausreden oder Entschuldigungen wie Ehre oder Stolz.
Die Lösung für das Problem ist also nicht, dass man nun versucht die Leute vom Islam wegzubewegen, sondern im Gegenteil, man muss ihnen den Islam beibringen, damit sie solche Taten nicht mehr begehen.
Der Islam ist eine Religion des Friedens. Aber Unwissenheit lässt Vorurteile erst aufkeimen. Jemand der etwas nicht weiß ist nicht dumm, sondern der, der nicht fragt ist dumm.
Ehrenmord ist nicht mit dem Islam vereinbar und sollte genau so wenig in Bezug genommen werden. Wer im Koran ein wenig ließt, weiß das Frauen beschützt werden sollen. Uqba Ibn `Âmir (r.a.) berichtete, dass Muhammed, der Gesandte Allâhs (a.s.), gesagt hat (überliefert in “Ahmad Ibn Hanbal”):
„Schätzt eure Töchter nicht gering. Sie sind warmherzig und wertvoll.“
Ein Problem ist, dass viele Menschen dieses falsche Bild vom Islam in ihrem Kopf haben und es nicht ändern wollen.
Es ist ihnen gleich, ob man den Islam friedlich praktiziert, denn sie haben schon ihre Vorurteile. Sie hören auch nicht zu, wenn man versucht ihnen zu erklären, dass es nicht richtig ist wie der Islam in den Medien präsentiert wird. Leider gibt es in der heutigen Gesellschaft sehr viele naive Menschen, die alles glauben, was ihnen in den Medien gesagt wird, obwohl diese immer bestimmte Interessen verfolgen.
Abgesehen vom Fernsehen braucht man heute z.B. nur ein Buch gegen den Islam zu schreiben und man wird berühmt und beliebt. Eine sehr gängige Methode heutzutage. Wer gegen den Islam propagiert oder ihn beleidigt gehört zu den Bestsellern.







Letzte Kommentare