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Ein paar Kommentare und Gedanken. Warum ich überhaupt zu diesem Thema schreibe, habt ihr schon im ersten Teil gelesen.


Beginnen wir hiermit. Michael Braun (CDU Berlin):

Der rechtspolitische Sprecher der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, Michael Braun, hat sich dafür ausgesprochen, auch Schülerinnen das Tragen eines Kopftuches im Unterricht zu verbieten. «Ich sehe nicht ein, warum andere darunter leiden sollen, dass einige der Meinung sind, sie müssten ihre Glaubensfreiheit auf diese Art und Weise ausleben», sagte Braun am Donnerstag im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

Was bedeutet denn bitteschön “auf diese Art und Weise” ? Entweder man lebt seine Glaubensfreiheit aus oder nicht. Da hat wohl jemand selbst ein Problem mit dem Grundgesetz.
Was ich nicht verstehen kann ist, wie jemand darunter leiden kann, ein Kopftuch tragendes Mädchen zu sehen. Diese Leute müssen bei dem Anblick ja unter richtigen Schmerzen leiden.

Herr Bosbach meinte, dass man die Angst vor der Islamisierung Ernst nehmen müsse. Mal abgesehen davon, dass man vielleicht auch mal die Angst der Muslime wegen der ständigen Hetze in den tendenziösen Medien, den verbalen und physichen Attacken ihnen gegenüber und nicht zuletzt einem kaltblütigen Mord an einer Muslima, der sich mitten in einer Gerichtsverhandlung ereignete, auch mal ernst nehmen sollte, sollte man mal bedenken aus welchem Grund man hier Menschen ihrer Rechte beschneiden will.

Nur weil jemand Angst hat, kann er nicht die Rechte der Anderen Beschneiden. Das Problem liegt bei dem der die Angst hat. Er muss lernen wie er mit seiner Angst umgeht. Aber man kann es sich ja auch einfach machen…

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Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

© Daniel Gast / www.pixelio.de

© Daniel Gast / www.pixelio.de

Art. 3, Abs. (3)

  • “Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.”

Art. 4, Abs. (1) und (2)

  • (1): “Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen Bekenntnisses sind unverletzlich.”
  • (2): “Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Art. 33, Abs. (2) und (3)

  • (2): “Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.”
  • (3): “Der Genuss bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte, die Zulassung zu öffentlichen Ämtern sind unabhängig von dem religiösen Bekenntnis. Niemand darf aus seiner Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnis oder Weltanschauung ein Nachteil erwachsen.”

© Michael Langer / pixelio.de

Man versucht dem Kopftuch der Muslima eine völlig neue Definition und Funktion zu verpassen, bis man es ihr ungehindert vom Kopf herunterreißen kann.

Die einen verbiegen das Gesetz nicht, sondern betonen nur immer wieder, dass das Kopftuch der Muslima ein Symbol der Unterdrückung und der Unterordnung sei. Die anderen verbiegen das Gesetz, indem sie dem Kopftuch der Muslima die Bedeutung eines Symbols des Machtanspruchs der Muslime beimessen. Man bedient sich diesen Bildern, um das Kopftuch dennoch zu verbannen. Beides widerspräche nämlich der freiheitlich-demokratischen Ordnung hier in Deutschland.

Es scheint mir, dass die Religionsfreiheit nur auf Papier besteht, dass sie nur in der Theorie existiert (zumindest für Muslime). Darauf weist mich besonders Artikel 4 Absatz 4 hin: “Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.” Die Realität sieht nämlich anders aus.

Die Begründung, dass die Religionsfreiheit für andere Religionen in anderen gewissen Ländern auch eingeschränkt sei und es den Muslimas hier besser ginge als in der Türkei oder Tunesien, wo das Tragen eines Kopftuches weder in der Schule noch in der Uni noch am Arbeitsplatz erlaubt ist und in Tunesien sehr bald auch nicht mehr im öffentlichen Leben (genauso wie “die weiße Tracht und der Bart”), und die Muslime sich hier deswegen nicht beklagen dürften, ist nicht mehr als eine unzureichende Ausrede. Ändert dies etwa etwas an der Tatsache, dass “Religionsfreiheit für alle” in Deutschland nur geheuchelt scheint? Ändert dies etwas daran, dass man nicht besser als jene ist, die man anklagt? Es ändert nichts daran. Wir sind in Deutschland mit deutschem Grundgesetz.

Dass eine Muslima ihr Kopftuch aus Gründen des Neutralitätsgebots in der Schule ablegen soll, egal ob es eine Schülerin oder Lehrerin ist, ist nicht mehr neutral.

“Neutral” würde bedeuten einen Platz zwischen zwei Fronten einzunehmen, wohingegen das Nichttragen des Kopftuches für eine Muslima eine Bevorzugung der Gegenseite ist. Es ist keine Neutralität. Denn das Nichttragen des Hijabs heißt, die entgegengesetzte Möglichkeit als Grundlage anzunehmen. Es ist keine Neutralität im Ablegen des Hijabs, vielmehr eine Parteinahme für die “andere Seite”, was bedeutet, dass die Muslima ihren Glauben aufgeben soll, auch, wenn es für eine begrenzte Zeit ist. Das verstößt gegen all die oben genannten Gesetze.

Wer meint es sei dennoch neutral die entgegengesetzte Möglichkeit als Grundlage anzunehmen, der sollte “neutral” neu definieren. Eine Mitte gibt es hier nicht. Nicht im Falle des Hijabs (des “Kopftuches” der Muslima). Ein Kreuz zu tragen ist kein Gebot im Christentum.

Es ist die religiöse Freiheit einer jeden Muslima ein “Kopftuch” zu tragen. Das Recht der freien Religionsausübung ist eines der höchsten Güter der Demokratie. Ein Kopftuchverbot beeinträchtigt stark die Religionsausübung der Muslime in Deutschland. Ist es keine Schande, dass nach der Deutschen Vergangenheit eine solche Diskussion überhaupt noch geführt wird?

Sind Menschen heutzutage noch immer nicht dazu in der Lage die Andersartigkeit anderer Menschen zu tolerieren? In der Vergangenheit Europas war es nicht so und unsere Gegenwart lässt viel zu wünschen übrig, aber ich hoffe doch inständig, dass es in Zukunft endlich möglich sein wird.

Wir haben gesehen, dass der Hijab (das “Kopftuch” der Muslima) ständig unter ein Symbolbegriff gezwängt wird. Es soll für manche Menschen wohl oder übel nichts anderes sein. Wenn man schon so verbohrt danach strebt “das” Kopftuch als ein Symbol zu sehen, dann finde ich, dass man es eher als ein Symbol der Religionsfreiheit betrachten soll!

Kopftuch: Symbol der Unterdrückung?

 

Im letzten Artikel habe ich herausgestellt, dass das Bedecken der Haare der Frau im Neuen Testament die Funktion hatte, sich dem Mann unterzuordnen.

Es ist vielleicht verständlich warum Leute, die in solch einem Glauben aufgewachsen, sind so reagieren. Dies entschuldigt dennoch nicht ihr Verhalten gegenüber muslimischen Frauen, die in ihrem Kopftuch alles andere als eine Unterordnung unter dem Mann oder Unterdrückung sehen.
Im Vergleich lesen wir die Textstellen im Quran, die auf “das” Kopftuch eingehen.

“Sage zu den gläubigen Männern, dass sie ihre Blicke senken und ihre Keuschheit wahren sollen. Das ist geziemender für sie. Wahrlich, Allah ist wohl vertraut mit dem, was sie tun. Und sage zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke senken und ihre Keuschheit wahren sollen, und ihren Schmuck nicht zur Schau stellen sollen außer dem, was davon sichtbar wird, und dass sie ihre Tücher über ihre Busen schlagen sollen und ihren Schmuck niemanden zeigen sollen außer ihren Gatten oder ihren Vätern oder den Vätern ihrer Gatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Gatten, oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Schwestern, oder ihren Frauen oder denen, deren Rechte sie besitzen, oder Dienern, die keine geschlechtlichen Begierden haben, oder Kindern, die kein Schamgefühl Frauen gegenüber hegen[…]“ (24:30-31)

In diesem Vers wird für das Wort “Tücher” das Wort “Humur” verwendet, welches  eine Kopfbedeckung bezeichnet. Hier werden auch nur die männlichen Familienangehörigen aufgezählt, in deren Gegenwart sie kein Kopftuch tragen muss.

“O Prophet! Sage deinen Frauen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, dass sie ihre Übergewänder über sich ziehen sollen. Das ist eher dazu geeignet, dass sie erkannt und nicht belästigt werden. Und Allah ist Allvergebend, Allbarmherzig. (33:59)

Abu Dawud überliefert von Aischa (r.a.), dass Asma bint Abu Bakr zum Gesandten Allahs (a.s.) kam, als sie durchsichtige Kleidung trug. Da wandte sich der Gesandte Allahs (a.s.) von ihr ab und sagte zu ihr: “O Asma, Wenn die Frau ihre Geschlechtsreife erlangt hat, darf man nichts von ihr sehen als das und das”, und er zeigte dabei auf sein Gesicht und seine Hände. (Abu Dawud)

Das Kopftuch der muslimischen Frau ist Teil ihrer gesamten Kleidung, die bestimmten Vorschriften unterliegt, genauso wie es eine Bekleidungsvorschrift für Männer gibt. Zum Beispiel dürfen muslimische Männer keine engen oder kurzen Hosen tragen.

Muslime, egal ob Mann oder Frau, sollten grundsätzlich Kleidung tragen, die den Körper in der Weise bedeckt, dass die Figur nicht sichtbar wird, damit sich die niederen Instinkte nicht unnötigerweise melden, weder durch die Frau noch durch den Mann.

Die Notwendigkeit der Bescheidenheit und Zurückhaltung ist für Männer und Frauen dieselbe. Wegen der Differenzierung der Geschlechter in der Natur, im Temperament und im Gesellschaftsleben ist für Frauen auf dem Gebiet der Kleidung ein größerer Privatbereich erforderlich. Eigentlich sprechen Muslime vom “Hijab” anstatt vom “Kopftuch”, denn die Bedeckung ist nicht auf den Kopf reduziert. Mehr dazu erfahrt ihr von dieser Bloggerin.

Im Quran hat “das Kopftuch” eine völlig andere Funktion und wertet die Frau sogar auf. Im Christentum hatte es nämlich einen ganz anderen Funktion als im Islam. Man kann hier also nicht einfach einen Analogieschluss machen. Dass das Bedecken des Hauptes etwas Negatives implizieren soll ist völlig verkehrt. So etwas gibt es im Islam einfach nicht. Und so entstehen auch Missverständnisse. Nach islamischem Verständnis ist Kleidung nämlich ein Zeichen von Würde.

Kritiker haben sich da eine eigene Vorstellung über die Bedeutung des Kopftuchs im Islam erdichtet, die wenig Sinn ergibt.

Alle islamischen Gelehrten sind sich einig, dass die Gefährten des Propheten (a.s.) ihn selten ohne Kopfbedeckung sahen, mit Ausnahme der Pilgerfahrt. Selbst der Prophet Muhammed (a.s.) selbst, hatte so gut wie immer eine Kopfbedeckung auf.

Shaykh Abd al-Qadir Jilani:
“Es ist von der Gewohnheit der frommen oder zivilisierten rechtschaffenen Männer, das man den Kopf bedeckt.” (Ghunyat al-Talibin 1:4)

Ibn Abbas (r.a.) überlieferte das der Prophet (a.s.) Ansprachen hielt, während er einen schwarzen Turban trug. (Sahih al-Buchari Band 1 Seite 536)

Und Ibn Umar (r.a.) überlieferte, dass er (a.s.) gewöhnlich eine weiße (islamische) Mütze [Kufi] trug. (Tabarani)

Wenn das Bedecken des Kopfes durch ein Kopftuch tatsächlich ein Zeichen der Unterdrückung und der Unterordnung  sei, dann ergibt es wiederum keinen Sinn, warum Männer in arabischen Ländern ein Kopftuch tragen. Unterdrücken sie sich etwa selbst?! Diese Frage möchte sich jeder selbst beantworten…

Man könnte die Frage stellen: warum ist das Kopftuch, d.h. die Bedeckung der Haare (gemeint ist nicht “Hijab”, denn Männer müssen ihren Körper auch in bestimmter Weise verhüllen) für Frauen obligatorisch ist und für Männer nicht?

Nun, das ist wiederum eine GANZ ANDERE Frage, die nichts mit der vorangegangenen Fragestellung zu tun hat. Wir haben gerade widerlegt, dass das Kopftuch im Islam die Bedeutung der Unterdrückung oder Unterordnung haben soll. Der Hijab allgemein ist auch erst ab der Pubertät obligatorisch und im hohen Alter keine Pflicht mehr ist.

 

 

So müsste man also Frauen, die ihren Hijab aus religiösen Gründen tragen, d.h. aus Gehorsam zu ihrem Schöpfer, dem Herrn dieses Universums, respektieren und ihnen die Freiheit geben ihre Religion ungehindert zu praktizieren, ohne, dass sich ein Außenstehender in ihre Religionsausübung einmischt.

“Das” Kopftuch. Es sorgt für Streit, stößt auf Kritik und ist Gegenstand einer der kontroversesten Themen der letzten Jahre.

Das Kopftuch der Muslima ist in den letzten Jahren Opfer der seltsamsten Assoziationen und Diskussionen geworden. Ich hab mir dies lange anhören müssen und habe beschlossen endlich auch meinen Senf dazu zu geben. Und das mithilfe der Islamischen Quellen (Quran & Sunna) und der Logik. Man könnte mich Fragen, warum ich mich überhaupt dazu äußere. Nun, der Grund ist, dass sehr vielen meiner muslimischen Schwestern das Leben schwer gemacht wird durch sogenannte Kopftuchkritiker, die sie nicht nur dazu auffordern sich dieses Stück Stoffes zu entledigen, sondern auch den Rest ihrer Bekleidung, indem sie sie zum koedukativen Schwimmen nötigen wollen.

Kopftuch: Symbol der Unterdrückung oder ein Symbol für den Machtanspruch des Islams?

Spätestens bei dieser Diskussion, fällt einem auf, wie die Konstruktion der Kopftuch tragenden Frau als Opfer hin zum Feind verlagert wird. Einige Menschen scheinen so einfach gestrickt zu sein, dass es für sie keine weitere Alternative geben könnte. Bevor man überhaupt so eine Diskussion beginnt sollte man den Begriff “Symbol” definieren. Dabei muss man beachten, dass es unterschiedliche Definitionen von “Symbol” gibt.

Was ist also ein Symbol im islamischen Sinne?

Der islamische Gelehrte Ghazali (1058-1111 n.Chr.) geht in seinem Werk “Die Nische der Lichter” auf den Symbolbegriff im Islam ein. Wenn man das Kopftuch unter einen Symbolbegriff zwängen und als Symbol abstempeln will, dann sollte man auch fairerweise die Definition von “Symbol” im islamischen Sinne erklären. Denn das Kopftuch ist ja dem Islam zu Eigen und man müsste wissen, was für eine Bedeutung es für Muslime hat. Was soll man von einer Person halten, die sich nicht einmal die Mühe macht sich darüber zu erkundigen, aber so voreilig mit ihrer Meinung ist?

Wir werden hier nicht weiter auf diese lange Definition eingehen. Es sei nur gesagt: Das Kopftuch ist höchstens ein Merkmal des Islams, aber kein Symbol. Es ist nicht einmal ein religiöses Symbol, es steht nicht für den Islam oder – wie ich beweisen werde – für die oben genannten Mutmaßungen und Unterstellungen,  sondern ganz einfach zur Religionsfreiheit gehört.

Bevor ich beweise, dass das Kopftuch im Islam weder das eine noch das andere Behauptete ist, wage ich zunächst einen Versuch dahinter zu kommen wie man überhaupt auf solch eine Sicht des Kopftuches überhaupt kommen konnte, wie z.B. diese zwei Personen es darstellen:

Chahdortt Djavann:

“Das Kopftuch aber ist das Symbol der Unterordnung der Frauen unter die Männer” “Es ist das Symbol der Minderwertigkeit der Frauen.” “Ich vergleiche es mit dem gelben Stern. Es ist das Symbol, das die Frau im rechtlosen Raum einordnet.” “Die Mehrheit der muslimischen Frauen will kein Kopftuch tragen, und sie will nicht mit diesem Symbol der Entfremdung verwechselt werden.”

Alice Schwarzer:

“Das Kopftuch ist die Flagge des Islamismus. Das Kopftuch ist das Zeichen, das die Frauen zu den anderen, zu Menschen zweiter Klasse macht. Als Symbol ist es eine Art „Branding“, vergleichbar mit dem Judenstern. Und real sind Kopftuch und Ganzkörperschleier eine schwere Behinderung und Einschränkung für die Bewegung und die Kommunikation. Ich finde es selbstverständlich, dass wir uns an Ländern wie Frankreich ein Beispiel nehmen und das Kopftuch in der Schule und im Kindergarten untersagen, für Lehrerinnen und Schülerinnen.”

Diese überaus wissensreichen und gelehrten Personen wiederholen, was bereits viele vor ihnen behauptet haben und noch behaupten. Eine Reihe von Behauptungen wird aufgestellt, ohne jeglichen Versuch sie zu beweisen.

“Unterordnung” : In diesem Fall ein suggestiver Begriff. Der Sinn des Kopftuches als Symbol der Unterordnung unter Männer wird einfach vorausgesetzt ohne jeglichen Beweis aus den Quellen des Islams. Wenn man das Kopftuch als kulturelles Phänomen ansieht, dann könnte man ganz einfach auf Beispiele hindeuten in denen dies der Fall ist. Dies funktioniert aber nicht, wenn jemand es aus islamisch-religiösen Gründen trägt.

Zudem kommt die Behauptung, dass “die Mehrheit der muslimischen Frauen kein” Kopftuch tragen will. Dass dies aus der Luft gegriffen ist, müsste man eigentlich nicht erwähnen, oder hat irgendjemand jemals eine Statistik herausgegeben, die alle Muslimas beinhaltet? Außerdem kenne ich keine Muslima, dessen Kopftuch sie in irgendeiner Weise in ihrer Bewegung behindert. Und wenn man angefeindet wird, dann ist es manchmal auch verständlich, dass man nicht kommunizieren will…Zu dem Rest und womit es verglichen wird, äußere ich mich mal lieber nicht.

 

Wenn man ins neue Testament schaut, dann wird einem klar, warum bei den Meisten der Gedanke “Unterdrückung und Unterordnung durch das Kopftuch” aufkommt, denn das Bedecken der Haare der Frau im Neuen Testament hatte die Funktion, sich dem Mann unterzuordnen. In jener Textstelle heißt es:

Ich lasse euch aber wissen, dass Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt; der Mann aber ist des Weibes Haupt; Gott aber ist Christi Haupt. Ein jeglicher Mann, der betet oder weissagt und hat etwas auf dem Haupt, der schändet sein Haupt. Ein Weib aber, das da betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt, denn es ist ebensoviel, als wäre es geschoren. Will sie sich nicht bedecken, so schneide man ihr das Haar ab. Nun es aber übel steht, dass ein Weib verschnittenes Haar habe und geschoren sei, so lasset sie das Haupt bedecken. Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, sintemal er ist Gottes Bild und Ehre; das Weib aber ist des Mannes Ehre. Denn der Mann ist nicht vom Weibe, sondern das Weib vom Manne. Und der Mann ist nicht geschaffen um des Weibes willen, sondern das Weib um des Mannes willen. Darum soll das Weib eine Macht auf dem Haupt haben, um der Engel willen.“ (1. Korinther 11:3-10; Neues Testament, Luther Bibel)

Interessanter wird es im zweiten Teil. Warum ich das “DAS” in der Überschrift in Anführungsstriche gesetzt habe, werdet ihr im nächsten Teil erfahren.

Eine muslimische Frau ist geprügelt worden.

Nein, es handelte sich hierbei nicht um einen Muslim, der seine Ehefrau geschlagen hat, weil sie sein Hemd nicht richtig gebügelt hat. Vielleicht war das ja wieder der erster Gedanke beim Lesen. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Menschen gibt, die von der selektiven und tendenzisösen Berichterstattungen der Medien so beeinflusst sind, dass dies  (oder ähnlich) ihre allerserste Assoziation ist.
Nein, es handelte sich vielmehr um vier nichtmuslimische Männer, die sie verprügelt und sie am Boden zusammengetreten haben, weil sie ein Kopftuch trug.

Widerlich und abartig nenn ich das. Wie krank (!) muss man(n) sein zu viert eine Frau, die schon am Boden liegt, zu treten? Und das wegen ihrem Kopftuch!

Wo sind die bekannten Frauenrechtlerinnen? Wo waren sie im Falle vom Marwa El-Sherbini?? Wo sind Necla Kelek und Alice Schwarzer, die vorgeben im Namen der Frauen zu sprechen und sich die “Rettung der muslimischen Frauen” auf die Fahne geschrieben haben??? Worte der Anteilnahme, der Solidarität und des Mirgefühls kommen von ihnen nicht, wenn die Täter keine Verwandten der Opfer sind, sonst könnten sie nicht wieder vom berühmten Ehrenmord sprechen.

Sind das etwa nur Heuchler?

Beim Fall Marwa Sherbini haben die Medien erst zögerlich angefangen über ihren Fall zu berichten und das erst nachdem die ausländische Presse Druck gemacht hat.

Es kommt wirklich nicht selten vor, dass muslimische Frauen wegen ihrer Kleidung angefeindet oder diskriminiert werden. Sie berichteten oft von verächtlichen Blicken, ständigen Pöbeleien oder wie oben erwähnt kommt es auch schlimmer.

Wann will Frau Merkel die Islamophobie in Deutschland endlich ernst nehmen und endlich aussprechen, dass wir ein ständig wachsendes Problem haben?

Schon eine Woche nach dem Mord an Marwa gab es fast einen zweiten Mord in der bonner U-Bahn, als eine schwangere deutsche Muslima von einem Mann aufgefordert wurde den Platz zu verlassen, weil dies nur “Plätze für Arier seien”. Als sie ironisch erwiederte auch Arier zu sein wurde er handgreiflich. Berichten von Bekannten zufolge zückte er sogar ein Messer. Ein Marokkaner ist dazwischen gegangen und konnte, Gott sei Dank, noch Schlimmeres verhindern.

Es ist passiert, doch erfuhren wir von den herkömmlichen Medien wieder nichts davon.
Auch im August ereignete sich eine Tragödie in Holland. Die 32 jährige Geschäftsfrau und Mutter von 2 Kindern Arzu Erbas Cakmakci wurde auf dem Weg zu ihrem Auto auf offener Straße mit 12 Messerstichen ermordet.

Ansichten, dass Muslime es nicht wert seien zu leben oder zumindest, dass man sie hassen sollte, kommen nicht nur aus Neonazikreisen, sondern auch schon mitten aus der Gesellschaft. Die bedeutende Frage, die sich stellt ist also wo dieser Hass herkommt bzw. wie er geschürt wird.

Dass Muslimas, die das Kopftuch aus Überzeugung und aus religiösen Gründen tragen und nicht wie oft unterstellt dazu gezwungen werden, verwehrt wird beruflich aufzusteigen zeugt für mich schon von einer islamfeindlich gesinnten Einstellung. Denn an dem Kopftuch an sich ist ja nichts Schlimmes dran. Wieso hat man also ein Problem damit? Hat man etwa ein Problem mit dem Grundgesetz, das eine Benachteiligung wegen des Glaubens bzw. der religiösen Anschauungen verbietet?

Frau Kelek sollte darüber schreiben, dass es sehr wohl einen Zusammenhang gibt zwischen der mutwillig erzeugten Hysterie der Kopftuchverbotsdebatten und der Frauen- und Islamverachtung sowohl der Täter von  Göttingen und Bonn, als auch die “Kopftuchmörder” von Dresden und Amsterdam. Selbstverständlich ist dies nicht der einzige Faktor, denn dazu gehören wie bereits erklärt vor allem tendenziöse Medienberichterstattung und bestimmte Blogs wie PI oder Grüne Pest, aber auf keinen Fall sollte Frau Kelek diesmal schweigen, sonst macht sie sich selbst unglaubwürdig.

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