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Ich finde es immer lustiger. Ich kann das Ganze irgendwie gar nicht wirklich ernst nehmen. Alle sprechen über das Buch, auch die Angie hat es getan. Henryk M. Broder äußerte sich wie folgt dazu:

“Wenn der Regierungschef sich zu Büchern äußert und dann sagt ‘ein Buch sei nicht hilfreich’, dann kann man dazu nur sagen 95 Prozent aller Bücher sind nicht hilfreich; die könnte man dann einstampfen.”

Ihr wisst bestimmt wovon ich gerade schreibe, ohne dass ich es zu erwähnen brauche. Ihr wisst welches Buch ich meine. Da ruft ein dahergelaufener Muezzin…äh ich meine Sarrazin lautstark, dass die dummen Muslime ihre Dummheit gefälligst nicht mehr weitervererben sollen und er bekommt die Aufmerksamkeit wie nichts und niemand anderes. Die Äußerungen Sarrazzins und diese ganze Aufregung um das Buch scheinen, zumindest für mich, wie ein Teil einer kühl kalkulierten Werbekampagne, ohne dessen Hilfe er wohl kaum so berühmt und berüchtigt zugleich geworden wäre.

Um zu Herrn Broders Aussage zurückzukommen: Leider ist keins dieser Bücher von einem hochrangigen Politiker aus der “politischen Mitte”. Insofern ist es doch nicht so verkehrt von einem Regierungschef ein paar Wörtchen dazu zu verlieren ;)

Sarrazins Thesen sind nach dem Motto gestrickt: “Diese Muslime sind eine Gefahr für Deutschland und führen zum Volkstot”. Argumentativ und thematisch erinnern mich seine Thesen sehr stark an eine bestimmte Ära, die ich im Geschichtsunterricht durchgenommen hatte. Ich bin kein Freund davon, dass man alles Rassistische gleich als braun abstempelt, dennoch muss ich zugeben, dass mir vieles bekannt vorkommt. Vor allem diese Pseudowissenschaft um das Biologische.

Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass jemand diese Thesen tatsächlich ernst nehmen kann. Das ist ja interlektuell bereits nicht mehr haltbar. Aber bekanntlich kann ja jeder unbedeutende Autor zum viel gelesenen und sogar zum weltbekannten Schriftsteller werden, wenn er auf der antiislamischen Welle surft.

Und der einzige Grund, der wirklich einzige Grund warum Sarrazin bei Broder und Co. auf Zustimmung und Unterstützung trifft, ist nur, weil es um Muslime geht. Ginge es hierbei nicht um Muslime, sondern um eine andere Gruppe von Minderheiten hätte Broder sich neben Kelek wohl kaum so stark für Sarrazin eingesetzt.

Das Buch werde ich mir übrigens nicht zulegen. Da gebe ich mein Geld doch für etwas viel sinnvolleres und ernstzunehmendes aus, z.B. einem Comic.

Diesem Artikel aus der Taz kann ich übrigens voll und ganz zustimmen ;)

Dschâbir (r.a.), überlieferte, dass sich der Prophet (a.s.) und sagte:
“O ihr Menschen! Gewiss, ihr habt einen Herrn (Allâh) und einen Vater (Âdam). Kein Araber ist besser als ein Nichtaraber, und kein Nichtaraber besser als ein Araber; und kein Weißer ist besser als ein Schwarzer und kein Schwarzer besser als ein Weißer.
Die Überlegenheit liegt allein in der Rechtschaffenheit und Frömmigkeit.” (Ahmad und Al-Baihaqî)

Deswegen an Mr. Nazi:

Dschâbir  möge Allah mit ihm zufrieden sein, der überlieferte, dass sich der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken am zweiten Tag der Taschrîq-Tage (dem 11., 12. und 13. Tag des Monats Dhû Al-Hiddscha) an seine Anhänger wandte und sagte: “O ihr Menschen! Gewiss, ihr habt einen Herrn (Allâh) und einen Vater (Âdam). Kein Araber ist besser als ein Nichtaraber, und kein Nichtaraber besser als ein Araber; und kein Weißer ist besser als ein Schwarzer und kein Schwarzer besser als ein Weißer. Die Überlegenheit liegt allein in der Rechtschaffenheit und Frömmigkeit.” Daraufhin fragte der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken : “Habe ich euch die Botschaft übermittelt?” “Ja, gewiss o Gesandter Allâhs,” antwortete die Masse. “Dann lasst diejenigen, die anwesend sind (die Zuhörer) denjenigen meine Worte übermitteln, die abwesend sind,” schloss der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken ab. (Ahmad und Al-Baihaqî)

Plakat

Mehrere tausend Menschen haben am 09.05.09 in Köln gegen Rassismus und den zweiten “Anti-Islamisierungskongress” der rechtspopulistischen Gruppen “Pro-Köln” und “Pro-NRW” protestiert.

Im letzen Jahr machten die Linken die Durchführung des Anti-Islamisierungskongresses von Pro-Köln unmöglich, indem sie sich ihnen in den Weg stellten, sodass keine Veranstaltung stattfinden konnte. Dieses Jahr jedoch hat die Polizei den Aufmarsch der Linken verboten, sodass diese keine Möglichkeiten hatten die Wege zu versperren, damit der Kongress ausfällt. Rund 5000 Polizisten waren an diesem Tag im Einsatz. Sie blockierten und sperrten Straßen ab und trennte somit Linke und Muslime von den Rechten, sodass es keine Berührungspunkte geben konnte.

Die Antifa mit ihren Anti-Nazi Parolen an einem Ort, und Pro-Köln mit ihrem Anti-Islamiesierungskongress an einem anderen; man hätte von zwei getrennten Veranstaltungen sprechen können.

T-shirt

Nicht nur die Muslime aus Köln, sondern auch die aus den verschiedensten Städten angereisten Muslime hatten es sich zur Aufgabe gemacht Infomaterial über den Islam in Form von Flyer und CD’s zu verteilen. Zudem war jeder Muslim und jede Muslima ausgestattet mit einem  T-Shirt bzw. Schal mit besonderer Aufschrift (siehe Bild rechts).

Der Tag ist im Allgemeinen friedlich verlaufen. Man sah wie Muslime und Nichtmuslime zusammen auf der Wiese saßen und miteinander redeten, Berührungsängste abbauten und den Dialog förderten. Es wurde gemeinsam gegen die Islamhetze gearbeitet und für ein friedliches Nebeneinander von Muslimen und Christen.

Auf dem Flyer war u.a. zu lesen: “Es geht hier nicht um eine theologiesche Diskussion, welche Religion die bessere ist, es geht einzig  und allein darum zu verdeutlichen, wie unsachlich dieses Thema von den Islamhassern behandelt wird.”

Zahlreiche Muslimas kamen selbstbewusst und mit erhobenem Haupt, um das Gegenteil der Behauptung zu beweisen der Islam unterdrücke die Frauen. U.a. mit den Worten:

“Unterdrückung? JA! Aber NICHT vom Islam, sondern von EUCH” ,

um auf die Zwangsentschleierung aufmerksam zu machen, die man ihnen nicht nur im Beruf  und Schulen auferlegt. Sie werden unterdrückt, indem man ihnen etwas nimmt, was eine hohe Bedeutung in ihrem Leben hat.

„Wir sind Deutsche Muslime“. D.h., dass wir keine “Gäste” sind. Wir haben schon seit unserer Geburt unser ganzes Leben in Deutschland verbracht und sind somit ein Teil dieser Gesellschaft und keine Randgruppe.

Hier seht ihr einige mutige muslimische Frauen, die gegen Rassismus und für Recht und Freiheit für alle demonstrierten.

www.muslimegegenrechts.de

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